Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Konstruktionsgrammatik:
Neue Perspektiven zur Untersuchung des Deutschen und Englischen


Internationale Fachtagung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
vom 18. bis 20. Februar 2010

Organisation
 
Die Tagung wird ausgerichtet von Alexander Lasch (Kiel) und Alexander Ziem (Düsseldorf).
Die Tagung wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.


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Ankündigung
 
Im englischsprachigen Raum hat sich die Konstruktionsgrammatik (construction grammar) in den letzten zwei Jahrzehnten insbesondere mit den Publikationen von Charles Fillmore (1988), William Croft (2001), Adele Goldberg (1995, 2006) und Michael Tomasello (2003) als eine Alternative zu generativen Grammatiktheorien entwickelt. Die allen Ansätzen gemeinsame Auffassung, dass grammatische Phänomene zuvorderst mit Blick auf ihre semantische Relevanz zu untersuchen seien und allein in dieser Einheit von Form und Bedeutung hinreichend bestimmt werden könnten, stieß auch in der deutschsprachigen Forschung auf Resonanz. Allerdings sind hier trotz einflussreicher Publikationen (etwa Fischer/Stefanowitsch 2006, Stefanowitsch/Fischer 2008, Wildgen 2008) die Bestrebungen, ein alternatives grammatisches Beschreibungsmodell einer breiteren Fachöffentlichkeit bekannt zu machen, noch in den Anfängen. Dies betrifft sowohl die Verständigung über die theoretische Basis und die methodischen Zugänge, die die Konstruktionsgrammatik offeriert, als auch den Gegenstand, den es konstruktionsgrammatisch zu beschreiben gilt. Bislang liegt der Forschungsschwerpunkt in der germanistischen Linguistik im Bereich der gesprochenen Sprache (Deppermann 2007, Imo 2007, Günther/Imo 2006), Untersuchungen im Spracherwerb, zu syntaktischen Problemstellungen oder Aspekten der Grammatikalisierung spielen dagegen eine nur untergeordnete Rolle.

Die internationale Tagung ist deshalb neben der Gegenstandssprache Englisch vor allem auch auf das Deutsche ausgerichtet. Sie verfolgt zwei Ziele. Zum einen soll die Tragweite verschiedener konstruktionsgrammatischer Ansätze in Bezug auf die deutsche und englische Standardsprache erkundet werden. Zum anderen sollen konstruktionsgrammatisch motivierte Fragen auf den Gebieten des Spracherwerbs sowie der Syntax- und Grammatikalisierungsforschung Anwendung finden. Die Tagung wird unterschiedlichste Formen und Möglichkeiten für den fachlichen und informellen Austausch bieten. Im Mittelpunkt stehen halbstündige Vorträge mit Diskussion, die sich mit den zentralen Fragen der Tagung auseinandersetzen. Daneben werden Workshops zu den Themen "Korpuslinguistik und Konstruktionsgrammatik" und "Konstruktionen im Wandel" angeboten. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

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(Vorläufiges) Programm
 
Donnerstag, 18. Februar 2010

09.00 Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Alexander Lasch & Alexander Ziem: Konstruktionsgrammatik: Neue Perspektiven zur Untersuchung des Deutschen und Englischen - eine kritische Bestandsaufnahme
 
09.45 Sektion I: Spracherwerb
Heike Behrens (Basel): Konstruktionen lernen: Grundlagen eines gebrauchstheoretischen Ansatzes im Spracherwerb
 
10.45 Kaffeepause
 
11.15 Arne Zeschel (SDU, DK): Identifying distributional cues to constructional meaning in child-directed speech Silke Brandt (Leipzig): German Children's Productivity with Simple Transitive and Complement-Clause Constructions
 
11.45 Kerstin Fischer (SDU, DK): Construction Conspiracy in Explanations of German sein- and werden-Passives Insa Gülzow (Berlin): German children's and adult's comprehension of grammatical and lexical encoding of reciprocity
 
12.15 Anne-Kristin Siebenborn (München): Learning a novel construction in L1 Barbara Stumper (Leipzig): Frames als Hinweis auf die grammatische Kategorie von Wörtern in der kind-gerichteten Sprache
 
12.45 Mittagspause
 
14.00 Sektion II: Gesprochene Sprache
Karin Birkner (Bayreuth): Konstruktionen in der Gesprochenen Sprache
 
15.00 Wolfgang Imo (Münster): Ad hoc-Produktion oder Konstruktion? Verfestigungstendenzen bei Inkrement-Strukturen im gesprochenen Deutsch Arnulf Deppermann (Mannheim): Inferenzkonstruktionen in der Interaktion: Grammatische Routinen der Dokumentation des Verstehens von Partnerbeiträgen
 
15.30 Brône, Geert & Elisabeth Zima & Cornelia Wermuth (Antwerpen): Ad hoc Konstruktionen in der Interaktion: eine korpusbasierte Studie dialogischer Synchronisierung und Routinisierung Sinja Ballmer (Basel) Der Erwerb verschiedener Funktionen von "in" und "auf"
 
16.00 Kaffeepause
 
16.30 Workshop
Anatol Stefanowitsch (Bremen): Korpuslinguistik und Kognitionslinguistik
 
19.30 Gemeinsames Abendessen
 
 
 
Freitag, 19. Februar 2010

09.00 Sektion III: Grammatikalisierung
Gabriele Diewald (Hannover): Konstruktionen im Wandel: Perspektiven der Grammatikalisierungsforschung
 
10.00 Hiroyuki Miyashita (Kanazawa): Was trägt die Konstruktionsgrammatik zur Grammatikalisierungsforschung bei? Eine Überlegung anhand einiger diachroner Beispiele im Deutschen Robert Mroczynski (Düsseldorf): Der Wandel der pragmatischen Marker: Grammatikalisierung oder doch Pragmatikalisierung?
 
10.30 Kaffeepause
 
11.00 Norbert Dittmar (Berlin): German also, English also, French alors and Italian allora: A Comparative Analysis in terms of Construction Grammar Regina Froschauer (Bamberg): Grammatikalisierungsphänomene im Althochdeutschen am Beispiel von habên/eigan + Part. II zur Umschreibung der Tempora Perfekt und Plusquamperfekt
 
11.30 Silke Höche & Arian Shahrokny-Prehn (Hannover): Division of "constructional labour"? The diachronic development of have a V vs. take a V constructions Elena Smirnova (Hannover): Lars bittet Luise zu kommen versus Lars bittet Luise, dass sie kommt: Synchrone Differenzierung und diachrone Entwicklung von deutschen Komplementsatz-Konstruktionen mit direktiven Verben
 
12.00 Volker Harm (Göttingen): Lexikologie und Konstruktionsgrammatik Sascha Michel (Koblenz): Konstruktionsgrammatik und Wortbildung
 
12.30 Mittagspause
 
13.45 Sektion IV: Syntax
N.N.: Konstruktionsgrammatik in der Syntaxforschung
 
14.45 Brian Nolan (Dublin): The GET construction of Hilberno English Sabine De Knop (Brüssel): Deutsche Konstruktionen mit komplexen bis-Präpositionalgruppen
 
15.15 Elke Diedrichsen (Düsseldorf): Verb valence and the construction: On argument realization with novel verbs and emerging constructions in German Michael Rödel (Bamberg): Mehr als die Summe der einzelnen Teile: Konstruktionen und ihre Einheiten aus diachroner und synchroner Perspektive
 
15.45 Philippa Cook & Felix Bildhauer (Berlin): Multiple Frontings Constructions in German Juliane Goschler & Anatol Stefanowitsch (Bremen): Lokative Postpositionalphrasen im Deutschen: Eine konstruktionsgrammatische Analyse
 
16.15 Kaffeepause
 
16.45 Workshop
Martin Hilpert (Freiburg): Konstruktionen im Wandel
 
19.45 Gemeinsames Abendessen
 
 
 
 
Sonnabend, 20. Februar 2010

09.00 Sektion V: Phraseologie
Dimitrij Dobrovol'skij (Wien): Gibt es in der Konstruktionsgrammatik Kriterien der Mehrdeutigkeit? (Zur Semantik der deutschen Konstruktionen vor sich hin und vor sich her)
 
Sektion V: Phraseologie Fortsetzung Sektion IV: Syntax
 
10.00 Sven Staffeldt (Berlin): In der Hand von Konstruktionen. Bedeutungsanalysen phraseologischer Einheiten mit der Konstituente Hand Geert Stuyckens (Leuven): Die beiden Vorfelder der SLF-Koordination im Deutschen: eine konstruktionsgrammatisch inspirierte Korpusanalyse
 
10.30 Kaffeepause
 
11.00 Manfred Sailer (Göttingen): Phraseologisierte Teilsätze: Modellierung von partieller Fixiertheit und Flexibilität in nichtlokalen Strukturen Monika Budde (Berlin): Konstruktionen integrativ: Topik-Konstruktionen als rein-syntaktisches Pendant zu den lexikalisch verankerten Komplement-Konstruktionen
 
11.30 Katerina Stathi (Berlin): Idiome in der Konstruktionsgrammatik: im Spannungsfeld von Lexikon und Grammatik Rainer Osswald (Düsseldorf): Konstruktion versus Projektion - Argumentrealisierung bei Kognitionsverben des Deutschen und Englischen
 
12.00 Artëm Šarandin (Moskau): Idiomatisierte Konstruktionen des Deutschen und ihre lexikographische Erfassung Françoise Gallez (Brüssel): Produktive Konstruktionen mit deutschen Partikelverben
 
12.30 Schlussdiskussion
 
13.00 Mittagspause & Heimreise
 
 

 Tagungsprogramm

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Abstracs
 
Die Abstracts der Vorträge sollen sowohl auf der Website veröffentlicht als auch in einem "Book of Abstracts" zusammengefasst werden, welches den Tagungsunterlagen beiliegt. Wir möchten die Vortragenden bitten, ihre eingereichten Abstracts noch einmal auf Aktualität zu prüfen und diese bis spätestens

5. Januar 2010

an Daniel Jäschke zu schicken.



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Informationen zur Anmeldung
 
Wenn Sie als Gast an der Tagung teilnehmen möchten, dann dürfen wir Sie bitten, sich bis zum

22. Januar 2010

verbindlich anzumelden. Für Teilnehmer, die keinen Vortrag zum Programm der Tagung beisteuern, erlauben wir uns, eine Tagungsgebühr in Höhe von 20€ zu erheben.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte das für Sie bereit gestellte Formular, welches Sie bitte per Post oder Fax an die angegebene Adresse schicken.

 Anmeldeformular

Bitte teilen Sie uns mit, ob wir Sie bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit unterstützen können -- in diesem Fall wäre es natürlich hilfreich, wenn Sie bald mit uns Kontakt aufnehmen.



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Tagungsort / Übernachtung
 
Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek

Wall 47/51
24103 Kiel


    
Nordic Hotel "Astor" Kiel

Holstenplatz 1-2
24103 Kiel






    


Das Hotel liegt fünf Gehminuten vom Tagungsort entfernt. Für alle Vortragenden sind Zimmer reserviert, Übernachtungskosten werden für die Vortragenden übernommen.



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Service
 
Für die Vortragenden werden die Übernachtungskosten vollständig übernommen, die Reisekosten können zum größten Teil erstattet werden. Bitte bewahren Sie unbedingt die Nachweise für die Ihnen entstandenen Kosten auf. Auf der Tagung erhalten Sie detaillierte Informationen zur Erstattung.

Alle Referate werden aufgezeichnet und stehen für Interessierte -- das Einverständnis der Vortragenden vorausgesetzt -- als *mp3-Datei zur Verfügung.

 Tagungsprogramm

 Anmeldeformular

Werbemittel:

 Flyer (A4-PDF)

 Ankündigung (A3-Plakat als Mehrebenen-PDF)

 Ankündigung CAU (A3-Plakat als Mehrebenen-PDF)

 tune in (A3-Plakat als Mehrebenen-PDF)



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Kontakt
 
Dr. Alexander Lasch

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Germanistisches Seminar
Leibnizstraße 8
24118 Kiel

       Dr. Alexander Ziem

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Germanistische Sprachwissenschaft
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)431 880-3832        Telefon:  +49 (0)211 81-14280
Telefax:  +49 (0)431 880-4880        Telefax:  +49 (0)211 81-15030
E-mail:  laschgermsem.uni-kiel.de          E-mail:  ziemphil-fak.uni-duesseldorf.de  
 
 
Daniel Jäschke

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Germanistisches Seminar
Leibnizstraße 8
24118 Kiel

       Ilse Welna (Sekretariat)

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Germanistisches Seminar
Leibnizstraße 8
24118 Kiel

Telefon:  +49 (0)431 880-2312        Telefon:  +49 (0)431 880-2312
Telefax:  +49 (0)431 880-4880        Telefax:  +49 (0)431 880-4880
E-mail:  shk-germsemgermsem.uni-kiel.de          E-mail:  welnagermsem.uni-kiel.de  



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